Die Evangelische Informationsstelle "Kirchen - Sekten - Religionen" in der Schweiz
Den Auftakt fur den Dialog in mehreren Briefen bildete jedoch eine fehlerhafte Darstellung uber Komaja in dem Buch Die Kirchen, Sondergruppen und religiosen Vereinigungen des Theologischen Verlags Zurich [2a] . Komaja sandte eine berichtigte Fassung sowie erganzende Materialien an den Herausgeber fur die Neuauflage des Buches, woraufhin G.O. Schmid, der sich nun fur die Berichterstattung uber Komaja verantwortlich zeigte, den Kontakt mit Komaja aufnahm.
G.O. Schmid veroffentlichte im Internet einen inhaltlich ausgesprochen unzulanglichen 20-seitigen Artikel und musste sich fur einen Teil gar schriftlich entschuldigen (s.u.). Es folgte eine zweite, ca. 50-seitige Abhandlung und spater, als drittes, eine 4-seitige Zusammenfassung. Leider blieb aber diese Zusammen-fassung, die nun seit 1997 im Internet ist, nicht nur inhaltlich als auch formal weit unterhalb des Niveaus einer sachlichen, objektiven Darstellung sondern behielt, wie schon der erste, 20-seitige Internet-Artikel, den Charakter einer Hetzschrift - eine ungute Reklame fur die Evangelische Informationsstelle. Wie die Katholische Kirche Kroatiens greift sich der Autor vor allem Komajas Lehre uber die Veredelung und Vergeistigung der Sexualitat des Menschen an. Im folgenden werden nur die krassesten Fehler des Artikels berichtigt:
1) Komaja thematisiert "ihre sexuellen Riten" nicht "zurückhaltend": die Lehre über die Veredelung und Vergeistigung der Sexualität ist Bestandteil der geistigen Schulung, die allen Interessierten zugänglich ist. Das Buch Der Erleuchtete Eros. Paradiesische Utopie oder Wirklichkeit ist diesem Thema gewidmet.
Zu Makajas Sexualethik und -lehre:
A.A. Makaja, Der Erleuchtete Eros. Paradiesische Utopie oder Wirklichkeit?!, Zürich 2003
ders., „Einige grundlegende Merkmale des geistig-philosophischen Systems Komaja“, in: Der Erleuchtete Eros.
ders., Komaja - die geistige Liebes- und Lebenskunst, Zurich/Konstanz
1998.
www.love-erotictherapy.com
2) "Missionarische" Tatigkeit wird in Komaja im Gegensatz zu den christlichen Kirchen, in denen die "Verkundung der frohen Botschaft" eine zentrale Rolle spielt, nicht betrieben. Fur ihre Offentlichkeitsarbeit bedient sich die internationale Komaja-Gemeinschaft gangiger PR-Kanale: Mit Inseraten, Flyern, Plakaten, Radio- und TV-Spots, Radio- und Fernsehauftritten sowie Vortragen wird Interessenten ermoglicht, das Schulungs- und Kurs-Angebot der Komaja kennen zu lernen.
3) Makajas Lehre ist keine "Kombination von Theosophie und Tantra", sie ist auch keine "neotheosophische Lehre", sondern zahlt geistig-technologisch betrachtet zum Tantrischen Kundalini-Yoga.
4) "Libertinismus" ist der Komaja fremd, ja widerspricht den Grundprinzipien unserer Lehre uber die Veredelung und Vergeistigung der Sexualitat. Korrekt muss es heissen: "Die zweite Weise (der Befreiung von den Leidenschaften) besteht aus dem richtigen, systematischen und wiederholten Befriedigen aller elementaren Leidenschaften und Wunsche (z.B. des Wunsches nach Erregungen, des Wunsches nach Liebe, des Wunsches nach kreativem Schopfen, des Wunsches nach dem Wunschen usw.)." [3] Die Deutung dieses Passus als "Libertinismus" und "beliebiges Ausleben jeglicher sexueller Wunsche" spricht uber den Autor des Artikels.
5) "Freies Ausleben der Sexualitat mit beliebigen Partnern": Die differenzierte Partnerwahl fur die tantrische Arbeit zeigt sich unter anderem auch in den richtig zitierten "Enthaltungs-regeln" der Komaja: Verzicht auf Drogen, Nikotin, Alkohol, Fleisch- und Fischkonsum.
6) Die Spiritualisation der Sexualität wird nicht "in der strikt rituellen Form" des linkshändigen Tantra geübt. Näheres dazu: A.A. Makaja, Der Erleuchtete Eros.
7) Die Liebesmeditation wird von G.O.Schmid verfalschend definiert. Hier die Erganzung: Das Ziel der Liebesmeditation ist, im Menschen die Fahigkeit des Liebens bewusst zu machen und zu entwickeln - die Fahigkeit der universellen kosmischen Liebe, der Liebe fur alle Wesen, im Gegensatz zur personlichen, sentimental-sexuellen Liebe. Man beginnt mit der Liebe fur eine Person des anderen Geschlechts, weil das fur Anfanger am leichtesten ist.
8) Zur tatsachlichen Haltung von Komaja gegenuber anderen Religionen und Weltanschauungen vgl. Grundsatzliches.
9) Komaja ist weder eine "polygame Gemeinschaft" noch läuft die Tendenz darauf hin, obwohl einige Komaja-Gemeinschaften tatsächlich polyamorisch leben. Komaja ist eine geistige Gemeinschaft, die sich in die sexuellen Modalitäten ihrer Mitglieder und Mitmenschen nicht einmischt. Komajas Lehre über die Veredelung und Vergeistigung der Sexualität ist für monogam, polygam, promisk und asketisch lebende Menschen konzipiert und wird so auch gelehrt und von den jeweiligen sozialen Gruppen verstanden und angewandt.
10) Makaja war in seinen jungen Jahren nicht mehr und nicht weniger sexuell "spezifisch belastet" als die Hunderttausende von katholischen Priestern, von denen dann nach der Priesterweihe nur 2% tatsachlich zolibatar leben [4] . Makajas Offenheit fur fremdes Gedankengut ermoglichte ihm jedoch schon in den ersten Jahren seines geistigen Strebens den Kontakt mit der yogischen und insbesondere tantrischen Philosophie uber die Sexualitat des Menschen. Dies wiederum hatte ein ausgesprochen erfolgreiches und gesundes geistiges Wachstum sowohl seiner selbst als auch seiner Anhanger zur Folge.
11) Bezuglich der "Weltsicht der evolutiven Vergottung des Menschen", die G.O. Schmid "aus christlicher Perspektive" zuruckweist, empfehlen wir die Lekture des weltbekannten Bewusstseinsforschers Ken Wilber, Halbzeit der Evolution. Der Mensch auf dem Weg vom animalischen zum kosmischen Bewusstsein.
12) "(...) erschwert die institutionelle Einbindung der Mitglieder ins polygame Gefuge einen spateren Austritt ganz erheblich." Dasselbe gilt in weitaus grosserem Masse fur die unauflosbare monogame Ehe ("bis dass der Tod euch scheidet") der christlichen Grosskirchen.
Zu den anzuglichen und erniedrigenden Bemerkungen des Autors mochten wir an dieser Stelle lediglich unser Bedauern uber die Unmoglichkeit eines fairen, konstruktiven und klugen Dialogs ausdrucken. G.O.Schmid scheint offensichtlich nicht in der Lage zu sein, das gedankliche und geistige Gebaude der Komaja und ihre Praxis zu durchdringen sowie objektiv darzustellen.
G.O. Schmid musste sich wegen seiner unuberlegten und geschmacklosen Ausserungen, die er in seinem ersten, 20-seitigen Artikel veroffentlicht hatte, bereits einmal schriftlich entschuldigen:
(...) Ich stelle fest, dass sich
Ihr Gatte durch die betreffende Aussage menschlich verletzt fuhlt. Dies
war nie meine Absicht. Fur die menschliche Verletzung, die Ihr Gatte angesichts
meiner Aussage empfunden hat, mochte ich mich ebenfalls in aller Form entschuldigen.
(...)
Alles weitere, auch allfallige weitere Punkte, bin ich gerne bereit, in
einem personlichen Gesprach zu diskutieren. Auch bin ich im Rahmen eines
solchen Gespraches durchaus bereit, Ihnen darzulegen, welche Informa-tionen
meine damalige Aussage begrundeten. Allerdings kann dies selbstverstandlich
nicht geschehen, solange eine Prozessdrohung im Raum steht. (...) [5]
Hugo Stamm wird in der Schweiz als Sektenexperte betrachtet. Er bezeichnete Komaja in der Schweizer Boulevardpresse als „gefährliche und radikale Sekte“. Auf die direkte Nachfrage eines Komaja-Meditationslehrers, wie er zu diesem Urteil käme, antwortete Hugo Stamm, dass er seine Informationen über Komaja bei der kirchlichen Institution „Evangelische Informationsstelle „Kirchen – Sekten – Religionen“ eingeholt habe.Hugo Stamm
Wenn ein Sektenexperte von den Interessensvertretern der Grosskirche abschreibt, dann stellt sich die Frage, wer und zu welchem Zweck die Resultate seiner fachlichen Forschung überhaupt braucht?!? Und noch dazu: Auf welcher in- und ausländischen Fakultät bzw. Universität hat er sein fachliches Diplom als „Sektenexperte“ erworben, um so von dem unantastbaren Thron des Alles-besser-Wissenden ganze Gruppen von Menschen als gefährlich zu bezeichnen, mit allen daraus entstehenden Folgen für ihre Arbeitsplätze, für ihre Kinder, für ihren Ruf, für ihre psychsische Gesundheit sowie auch für ihre Zeit und ihr Geld, welches sie für gerichtliche Beweise aufwenden müssen, dass sie eben doch nicht gefährlich, sonden im Gegenteil gerade bereichernd für die Gesellschaft sind?
Schämen Sie sich, Grosser Inquisitor, schämen Sie sich Herr Hugo Stamm für Ihre„fachliche“ Qualifizierung der Komaja Gemeinschaft!
Zusammenarbeit
Im Juli 2004 lud Georg Schmid, Schweizer Theologieprofessor und Herausgeber des innerkirchlichen Werks „Kirchen, Sekten, Religionen im deutschen Sprachraum“ KOMAJA und andere alternative spirituelle Gemeinschaften auf den Monte Verità zum Symposium „Vision und Erfahrung in spirituell-utopischen Gemeinschaften“ ein.Obwohl die Absicht des Veranstalters durch die Rahmenvorträge „Totalitäre Tendenzen utopischer Gemeinschaften“ oder „‚Spirituell‘-utopische Gemeinschaften – riskant und gefährlich“ zu erkennen war und sich durch die Moderation später auch bestätigte, bat das Symposium den alternativen Gemeinschaften doch eine Gelegenheit, sich selbst vorzustellen. Auf jeden Fall verursachen schon solche Titel, dass der Leser sich fragt: „Sind die Organisatoren dieses Symposiums wirklich die Nachfolger jenes Jesu, der ‘Liebet eure Feinde’ (Mt 5,43-45) predigte, oder vielleicht von jemandem anderen?!?“
[1] Im Dschungel der neuen Religiositat, Stuttgart 1973, S. 95.
[2] Titularprofessor im Fach Religionswissenschaft an der Universitat Zurich und Leiter der Evangelischen Informationsstelle
[3] Aus: A.A. Makaja, Einige grundlegende Merkmale des geistig-philosophischen Systems Komaja, in: Der Erleuchtete Eros, S. XXIf.
[4] gemass einer Langzeitstudie in den USA von Richard Sipe
